Zechwald-Areal Lindau
Das Freiraumkonzept des neuen Wohnquartiers basiert auf der Idee von zwei übergeordneten Freiraumachsen, die das Quartier in Nord-Süd-Richtung mit der Umgebung vernetzen. Die östliche Achse wird als urbane Promenade ausgebildet, mit belebter Erdgeschosszone, an die öffentliche Nutzungen mit Gastronomie und Läden angrenzen. Die westliche Freiraumachse wird als grüner Anger durch das Wohnquartier ausgebildet, wesentlich ruhiger und naturbezogen. Im Herzen des Quartiers entsteht somit ein linearer Park mit Naturerfahrungsräumen, Spielmöglichkeiten und ruhigen Rückzugsräumen für die Nachbarschaft.
Die urbane Achse mit ihrer breiten Promenade, den Cafés und Freisitzen sowie attraktiven Aufenthaltsbereichen hat das Potenzial zum Hauptanziehungspunkt für die angrenzenden Nachbarschaften zu werden. Die Achse endet am markanten Brunnen auf dem Kopernikusplatz.
Die urbane Achse erhält einen durchgehenden Bodenbelag aus Natursteinpflaster in den die Fahrbahn niveau- und materialgleich eingebunden ist. Hierdurch entsteht eine angenehme Großzügigkeit, die mehr an einen Stadtplatz als an einen Straßenraum erinnert. Im Gegensatz dazu erhält der grüne Finger Wegeoberflächen aus durchlässigen Materialien wie Rasenlinern. Die versickerungsfähigen Bodenbeläge unterstützen das Konzept der Schwammstadt und schaffen ein ökologisches und klimaresilientes Quartier; die zahlreichen Grünflächen und Baumpflanzungen sorgen für eine verbesserte Verschattung, lokale Verdunstungskühlung und ein angenehmes Mikroklima.
Die differenzierten Grünstrukturen innerhalb des Wohnquartiers gliedern sich in private Vorgärten und große, zusammenhängende Gemeinschaftsgärten. Die unterschiedlichen Nachbarschaften erhalten jeweils einen zentralen Versammlungsort mit Obstbaumhain. Die Wahl der unterschiedlichen Sorten und Blühaspekte schafft wiedererkennbare Identifikationspunkte.
Das Regenwasser der Dächer wird in begrünten Retentionsflächen zurückgehalten, in Rigolen gesammelt und versickert, nicht eingeleitet. Die Bodenbeläge sind möglichst nicht versiegelt. Die verwendeten Pflanzen sollen klimaresilient sein und nach dem Anwachsen ohne zusätzliche Bewässerung auskommen. Die bestehenden Bäume entlang der Erschließungsstraßen können komplett erhalten werden.